Samstag 06.02.

16.00 Uhr / Medienzentrum

Brecht und die Zeitung

Brechts erstmaliger aktiver Umgang mit einem Medium vollzog sich in seiner Jugendzeit. Es gelang ihm 1914, unmittelbar nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, sich gleich zwei Augsburger Tageszeitungen als freier Mitarbeiter anzudienen. Nur scheinbar verfasste er authentische nationalistische Beiträge; tatsächlich ging es Brecht darum, sich als Autor ins Gespräch zu bringen, wozu er das Medium Zeitung mit Erfolg instrumentalisierte.

Der Augsburger Brechtforscher Dr. Jürgen Hillesheim im Gespräch mit dem Journalisten und Tschechow-Preisträger Dr. Ralf Witzler.

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18.00 Uhr / Medienzentrum

Brecht und Medien

Brecht hat – größtenteils noch in der Augsburger Zeit – eine Medientheorie entwickelt, die weit über seine Zeit hinausweist. Für das Radio formulierte er die Utopie: „Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.“ Was er ästhetisch damit verbindet, wird angesichts der zunehmenden Vernetzung im Internet hochaktuell. „Die alten Formen der Übermittlung nämlich bleiben durch neu auftauchende nicht unverändert“. Netzwerke, Podcasts und Blogs heben die Trennung zwischen Sender und Empfänger auf und verändern damit auch das Kunstschaffen. Schriftsteller z. B. operieren im Netz mit neuen offenen Formen und „Remixes“.
Brechts Poetik der entwickelnden Veränderung lebt hier fort. Journalisten, Experten und Künstler diskutieren über die Folgen der medialen Neuerungen für Kunstschaffen und Gesellschaft.

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20.30 Uhr / Hoffmann-Keller

Stefan Brecht: Gedichte/ Poems

Hermann Beil liest

Am 3. November 2009 wäre Stefan Sebastian Brecht 85 Jahre geworden. 1924 in Berlin als Sohn Bertolt Brechts und Helene Weigels geboren, musste er 1933 mit seinen Eltern und seiner Schwester Barbara vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen. Stefan Brecht, der amerikanischer Staatsbürger wurde, entschied sich, in den USA zu bleiben. Er promovierte an der Harvard University über Hegel und arbeitete als Dozent in Paris und Miami. Ab 1960 lebte er in New York. Er veröffentlichte Bücher über Robert Wilson, "The Theatre of Visions, und über das "Bread and Puppet Theatre".

1976 gab Stefan Brecht eine große Gedichtsammlung unter dem Titel Poems heraus, als Buch- und in einer Schallplattenausgabe, die er selbst eingesprochen hat. Da er „die Muttersprache, die schönste“ nicht verloren hatte, erschienen 1984 im Aufbau Verlag auch Gedichte auf Deutsch, die gleichsam eine poetische Biographie darstellen. 2006 folgte wiederum in New York der Lyrikband "8th avenue – a view of New York City that shouldn’t be missed". Stefan Brecht starb am 13. April 2009 in New York.

 

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