Tickets Brechtfestival

Samstag 11.03.

12.00 Uhr / Theater Augsburg / Probebühne 1

Schrei(b)end die Welt verändern... Drama
vs. Prosa vs. ...?

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Welche literarische Form ist die richtige, um die Welt zu verändern? Ist es wirklich so sinnlos, Prosa-Texte für die Bühne zu adaptieren, wie uns alle Kritiker in den Feuilletons weismachen wollen? Schreiben Dramatiker*innen plötzlich Romane, weil ihnen das Theater zu zahnlos erscheint und zudem die Tantiemen bei Prosa profitabler sind? Ist es notwendig, den*die Zuschauer*in/Leser*in immer unbedingt „mitzunehmen“ oder ist es vielleicht sogar gut, an ihr*ihm auch mal mit Höchstgeschwindigkeit vorbeizurasen oder ihn*sie wahlweise voll über den Haufen zu fahren? Viele Fragen stellen sich im spannungsvollen Kontext von Bühnenkunst, Textproduktion, dem Applaus des Publikums und der Verwertungslogik des Marktes. Wir wollen solche Fragen in dieser Gesprächsrunde stellen, darüber heiter streiten und ernstlich lachen und schließlich weitere Erkenntnisse gewinnen, die sicherlich wieder zu neuen Fragen führen werden usw. usf... „So sitze ich wieder den dionysischen Mänaden zu Füßen, die tanzen: das Theater. Immer noch der peinlichste Ort der Welt, und trotzdem endlos faszinierend. Die Wirklichkeit der wirklich echten Körper echter Menschen macht da mit jedem Atemzug, den die da atmen und erst recht mit jedem Wort, das unmögliche Argument praktisch zur Wahrheit, dass das Toteste einen Augenblick lebt, dass es etwas, was es nicht gibt, gibt: nichttote Kunst.“ (Rainald Goetz „Kronos“)

Eine Gesprächsrunde mit Michel Decar (Autor), Jakob Nolte (Autor), Kevin Rittberger (Autor, Theaterregisseur), Katrin Spira (Dramaturgin). Moderation: Patrick Wengenroth (Leiter des Brechtfestivals, Regisseur, Schauspieler).

Ort: Theater Augsburg, Probebühne 1
Tickets: 7 / 5 € (erm.)

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Veranstaltungen auf der Probenbühne 1 und im Brechtkeller in Kooperation mit dem Theater Augsburg

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Langfilm ab 18.00 Uhr / Liliom

B.B._ Inspired by Chaplin - Vortrag &
Filmvorführungen

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D r .  N o r b e r t  A p i n g  p r ä s e n t i e r t  d r e i  K u r z f i l m e :
F a c e  o n  t h e  B a r  R o o m  F l o o r  ( 1 9 1 4 ) ,  T h e I m m i g r a n t 
( 1 9 1 7 / 1 8 ) ,  M y s t e r i e n  e i n e s  F r i s i e r s a l o n s  ( 1 9 2 2 / 2 3 ) s o w i e  C h a p l i n s  s c h w a r z e  K r i m i k o m ö d i e  M o n s i e u r 
V e r d o u x ( 1 9 4 7 )

Nicht nur Kinoliebhaber*innen dürfen sich auf diesen ebenso amüsanten wie lehrreichen Nachmittag im Liliom freuen. Der Filmbuch-Autor und Filmforscher Dr. Norbert Aping beleuchtet die unterschiedlichen Einflüsse, die Chaplin auf Brechts Schaffen hatte. Bekannt ist, dass Brecht ein begeisterter Kinogänger und Slapstick-Liebhaber war. Unter den Besuchern von Chaplin-Filmen soll man Brecht an seinem Lachen erkannt haben. Brecht begeisterten die kurzen Grotesken von Chaplin, dessen Schauspielkunst er als „ganz reine Kunst“ schätzte. 1923 war er an dem Valentin-Film Mysterien eines Frisiersalons beteiligt, der eine Chaplin-Parodie enthält. Chaplins Meisterwerk Goldrausch entmutigte 1926 Brechts Theaterumfeld: Um dem entgegenzuwirken, stellte Brecht die Geschichte dieses Filmes als zu einfach und den Ideengehalt als ungeeignet für das Theater dar. Sein Lustspiel Mann ist Mann aus demselben Jahr war dann allerdings so von Chaplin beeinflusst, dass es als „gesprochener Chaplin-Film“ angesehen wurde. 1929 war Brecht von Chaplins Kurzfilm The Immigrant (1917) hingerissen und von Chaplins gestischer Spielweise fasziniert. Seine Theaterstücke Herr Puntila und sein Knecht Matti und der Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui weisen beispielsweise Chaplin-Bezüge auf, sind aber sicherlich keine Plagiate. Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui zeigt Einflüsse von Chaplins The Great Dictator (1940). Das Thema Diktatur hat Brecht völlig eigenschöpferisch behandelt. Später war Brecht besonders beeindruckt von Chaplins rabenschwarzer Komödie um den eleganten Blaubart Monsieur Verdoux (1947). Im Exil schrieb Brecht, dass die gestische Spielweise dem Stummfilm viel verdanke und Chaplin, der nicht in der Tradition des Theaters stehe, neu an die Gestaltung menschlichen Verhaltens herangehe. Davon habe er, Brecht, viel gelernt. Dr. Norbert Aping ist „im echten Leben“ Direktor eines Amtsgerichts. Seit den 1990er Jahren widmet er sich der Filmforschung. Im Marburger Schüren Verlag sind folgende Bücher von ihm erschienen: Das Dick-und-Doof-Buch. Die Geschichte von Laurel und Hardy in Deutschland (2004, 2. Auflage 2007), Laurel und Hardy auf dem Atoll. Auf den Spuren von Laurel und Hardys letztem Spielfilm (2007) Liberty Shtunk! Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten (2011), Charlie Chaplin in Deutschland: 1915 – 1924. Der Tramp kommt ins Kino (2014).

Vortrag und Kurzfilme 15 - 17 Uhr Langfilm ab 18 Uhr

Ort: LILIOM Kino
Tickets: 15 / 12 € (erm.)

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19.30 Uhr / Theater Augsburg / Brechtbühne

Die Welt ist: schlecht! Und ich bin:
Brecht!

Uraufführung & Premiere

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M u s i k a l i s c h e  R e v u e   v o n   P a t r i c k   W e n g e n r o t h  
unter Verwendung des „Badener Lehrstück vom Einverständnis“ und anderen Texten von Bertolt Brecht

Stellen Sie sich einmal vor, Sie stünden ohne besondere Hintergedanken an irgendeiner Augsburger Straßenecke und plötzlich käme jemand auf Sie zu und würde ganz frech und unverschämt behaupten, er sei ein gewisser Bertolt Brecht, der Ihnen nun zu Ihrer Erbauung, aber natürlich auch vor allem zu Ihrer Fortbildung, einen kurzen szenischen Ausschnitt einer wirklichen Begebenheit präsentieren werde, so dass Sie in der Folge dieser Darbietung, bei der es sich trotz allen Realitätsbezuges natürlich in erster Linie um ein Kunstwerk handele, endlich von der Möglichkeit, dass der Sozialismus aufgebaut werden könne, überzeugt wären, und dass all das zusammen auch noch der Wahrheit, Schönheit und Menschlichkeit diene… Mal ganz im Ernst: Würden Sie von dem Messing kaufen, geschweige denn eine Eintrittskarte? Alles das, was Brecht ist, muss bitteschön auch Brecht bleiben: in Bewegung, streitbar, tragisch, krude, zart, bösartig, zum Brüllen komisch und vor allem in Reibung mit der Gegenwart und der Geschichte gleichermaßen. Mag Brecht auch tot sein, seine Worte sind es nicht – und wer sie einsargt und musealisiert, tut weder Brecht noch unserer nach wie vor mehr als defizitären Welt einen Gefallen und wird zudem noch mit schlechten Theatererlebnissen bestraft. Und so bleiben zum Schluss – wie es sich für einen dialektisch- epischen Theaterabend gehört – natürlich der Vorhang zu und alle Fragen offen. Auf dass der Zuschauer nicht müde werde, selbst nach Antworten zu suchen.

Realisation, Bühne: Patrick Wengenroth / Kostüme: Marc Freitag / Musikalische Leitung: Matthias Kloppe / Licht: Kai Luczak / Dramaturgie: Tobias Vogt. Mit: Kerstin König, Sebastián Arranz, Klaus Müller, Thomas Prazak, Patrick Wengenroth und Matthias Kloppe (am Flügel).

Ort: Brechtbühne
Tickets: 26 / 22 €

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Eine Produktion des Theater Augsburg

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21.30 Uhr / Brechtkeller

Ein Quantum Horst

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Seit Juni 2016 präsentiert die fünfköpfige Band Ein Quantum Horst proletarisch-lyrischen Indie-Rock mit Bläsern, Gesang, Bass, Drums und Gitarre in akustischer Besetzung. Mit ihrer Spielfreude und ihrem Einfallsreichtum, mit ihrem Sprachwitz und ihrer Kreativität gewannen die fünf Musiker jüngst den Augsburger Zugvogel-Slam. 

Ort: Brechtkeller
Eintritt frei. Spenden willkommen.

In Kooperation mit dem Theater Augsburg

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