Tickets Brechtfestival

Mittwoch 08.03.

11.00 Uhr / Augsburg, Innenstadt

Bertolt Brecht im Bücherbus

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(c) Nontira Kigle

Eine musikalisch-lyrische Reise durch Bertolt Brechts Leben und Werk für Schüler*innen ab der 3. Klasse. Mit dem Fakstheater Augsburg und Comics aus der Feder von Nontira Kigle. Inmitten einer Bibliothek auf Rädern führen die Schauspielerin Karla Andrä und der Musiker Josef Holzhauser durch das Werk Bertolt Brechts. Als Vater von vier Kindern kannte er sich gut aus und wusste, wie Kinder sind und was sie denken. Er nahm sie ernst. In einer einfachen klaren und poetischen Sprache schrieb er für sie auf, dass er die Welt für veränderbar hält. Witzige Lehrgedichte, lustige Wortspiele, schlaue Verse und nachdenkliche Texte haben Andrä und Holzhauser für ihr Programm zusammengestellt, um aus Kinderaugen auf das Leben des Künstlers zu blicken: Das Fakstheater Augsburg zeigt, dass eine Begegnung mit Brecht schon in frühen Jahren ein ganz besonders lustvolles, lehrreiches und ernsthaftes Vergnügen sein kann. Dafür sorgt auch Nontira Kigle, die für dieses einzigartige Projekt großartige Comics schuf, die Episoden aus dem Leben des Augsburger Poeten aufgreifen. Im Zusammenspiel von Lyrik, Musik und Zeichnung nimmt Brecht seinen Platz zwischen den Kindern ein und wird gemeinsam mit ihnen lebendig. In der Festivalwoche tourt der Bücherbus durch die Brechtstadt und macht in den Stadtteil-Grundschulen Hochzoll, Herrenbach, Hammerschmiede, Hochfeld und Centerville Station. Humorvoll und kindgerecht wecken die beiden Künstler*innen Karla Andrä und Josef Holzhauser mit ihrem mobilen Kinderprogramm die Lust auf den Lyriker und die Person Bertolt Brecht, der immer schon davon überzeugt war, dass „Kinder denken können“.

In Kooperation mit der Stadtbücherei Augsburg und der Fachstelle für Jugend und Bildung, Schule plus.

Die Anmeldung für dieses Projekt ist bereits abgeschlossen.

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12.00 Uhr / Sensemble Theater

Werkstatttag

Bertolt Brecht und Walter Benjamin:
Laboratorium Vielseitigkeit

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(c) Bertolt-Brecht-Archiv - Akademie der Künste Berlin

Detaillierte Informationen zum Ablauf und den Inhalten erhalten Sie HIER

Walter Benjamin und Bertolt Brecht verband eine Freundschaft, in der wie in einer Konstellation Momente der Kunst und des Denkens im zwanzigsten Jahrhundert aufscheinen: ein Theater des neuen Zeitalters, eingreifendes Denken, die Möglichkeit politischer Kunst, Philosophie gegen den Strich, poetisches Sprechen im Gedicht des Klassenkampfs. Einen kurzweiligen Tag lang sollen Denkfiguren erkundet werden – in Impulsreferaten, Vorträgen, zugewandten Gesprächen und kontroversen Diskussionen: Was brachte Benjamin und Brecht, zwei so unterschiedliche Menschen, eigentlich zusammen? Wo trafen sie sich? Wo gab es produktive Reibungen? Wo endete das Gespräch? In der Lektüre und Diskussion von Benjamins Aufsätzen Was ist das epische Theater?, seinen Tagebuchaufzeichnungen aus dem Svendborger Sommer 1938 und Auszügen aus Kommentare zu Gedichten von Brecht werden gemeinsame Interessenspunkte zu den Bereichen Theater, Politik und Poesie erarbeitet. Ein Blick auf die Rezeption eröffnet die Frage nach der Relevanz dieser Konstellation in der Gegenwart.

Werkstatttag von und mit Prof. Dr. Erdmut Wizisla (wissenschaftliche Leitung des Werkstatttages und Leiter des Brecht- und des Benjamin-Archivs in Berlin), Prof. Dr. Hans-Thies Lehmann (Theaterwissenschaftler und Germanist), Helene Varopoulou (Kunst- und Theaterkritikerin, Übersetzerin), Friederike Heller (Regisseurin).

Ort: Sensemble Theater
Zeit: 12.00 – 19.00 Uhr
Tickets: 15 / 12 € (erm.)

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15.00 Uhr / Grandhotel Cosmopolis

Augsburger Szenen. Schüler Schreibwerkstatt

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(c) Hans Goedecke & Rachel Israela

Mit: Autorenduo Nolte Decar und Schüler*innen zwischen 15 und 17 Jahren.

„Ändere die Welt, sie braucht es!“ Wer könnte dies besser als die Jugend mit ihrem ungebändigten Elan, ihrem Idealismus, ihrem Wunsch nach Rebellion und ihrer Hoffnung in die Zukunft? Und was würden sie ändern wollen?

Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 17 Jahren hatten im Vorfeld des Brechtfestivals die Möglichkeit, sich über einen Fragebogen für die Schreibwerkstatt zu bewerben. Innerhalb der fünf Tage sollen Kreativität und Fantasie im Vordergrund stehen, Rechtschreibung und Grammatik rücken in den Hintergrund. Mit Spannung lässt sich die Abschlusspräsentation erwarten: Was genau dabei herauskommt, ist unvorhersehbar. Gemeinsam wird ein Prozess in Gang gesetzt, der überraschen soll: Nicht nur die Zuschauer*innen, sondern auch die Schülerinnen und Schüler! Denn schreiben heißt nicht nur mitteilen, es ist eine Auseinandersetzung mit sich selbst und der Welt, es formt und fördert die Persönlichkeit. Verborgene Talente, Stärken, Ängste, Wünsche - all dies soll hervorgekitzelt werden. Dafür werden gemeinsam in der Gruppe kreative Schreib- und Darstellungsformen entwickelt, Impulse eingegeben und konstruktiv Kritik formuliert. Professionell angeleitet und motiviert werden die Jugendlichen hierbei von dem Autorenduo Nolte Decar. Michel Decar - selbst gebürtiger Augsburger - studierte zunächst Germanistik und Geschichte an der LMU München, wo er auch an der Studiobühne seine ersten Stücke selbst inszenierte. Für Jonas Jagow wurde er mit dem Förderpreis für neue Dramatik des Berliner Theatertreffens 2012 ausgezeichnet. 2014 folgte der Kleist Förderpreis für Jenny Jannowitz. Sein neuestes Stück Schere Faust Papier ist momentan am Thalia Theater Hamburg zu sehen. Jakob Nolte wurde 1988 in Barsinghausen geboren. Seine Theaterstücke wurden an zahlreichen Theatern gespielt. Mit Gespräch wegen der Kürbisse wurde er 2016 zu den Autorentheatertagen in Berlin eingeladen. Sein erster Roman ALFF wurde mit dem Kunstpreis Literatur 2016 ausgezeichnet. Im Frühjahr 2017 erscheint sein zweiter Roman Schreckliche Gewalten bei Matthes. Nachdem die beiden Autoren gemeinsam szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin studierten, begannen sie unter dem Namen Nolte Decar gemeinsam Texte zu verfassen. Ihr Stück Das Tierreich wurde 2013 mit dem Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin ausgezeichnet und für den Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2014 nominiert. Helmut Kohl läuft durch Bonn wurde zu den Autorentagen 2014 am Deutschen Theater Berlin eingeladen.

Bewerbungsschluss war im November 2016.
Präsentation am Freitag, 10. März um 18.00 Uhr im Grandhotel Cosmopolis.

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20.00 Uhr / Parktheater im Kurhaus Göggingen

Bertolt Brechts Svendborger Gedichte

Deutschlandpremiere

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E i n  M u s i k - T h e a t e r -  P r o j e k t  d e s  B a g g a r d  T e a t r e t
S v e n d b o r g  i n  d e u t s c h e r  u n d  d ä n i s c h e r  S p r a c h e

Ebnet der Frieden dem Krieg den Weg ähnlich wie der Winter den Frühling ermöglicht? 1933 flieht Brecht vor dem Verbrennen seiner Bücher, vor Zensur und Verfolgung nach Svendborg in Dänemark und bleibt sechs Jahre dort. Durch seine Dichtung versucht er die Welt, die er liebt und fürchtet, in Worte und Bilder zu fassen. Die Svendborger Gedichte, die 1939 in seinem Strohdachhaus bei Skovbostand entstehen, zeichnen ein furchterregendes Bild Europas aus der Perspektive eines politischen Flüchtlings. Brechts Sprache ist klar, dringlich, ohne Schnörkel und Reime. Es sind Einwürfe und Stellungnahmen des intellektuellen Kämpfers. Doch neben dem politischen Gestus ist auch ein leiserer Ton zu vernehmen, in dem die idyllische Landschaft am Svendborgs und anklingt. Das Augsburger Theaterensemble Bluespots Productions hat die Svendborger Gedichte für die Bühne musikalisch adaptiert. Der in Dänemark berühmte Singer/ Songwriter Søren Huss, Leadsänger der Rockband Saybia, komponierte die Musik und steht gemeinsam mit Jens Gotthelf und dem Augsburger Schauspieler Leif Eric Young auf der Bühne. „Wenn nun, 77 Jahre nach der Erstveröffentlichung der Svendborger Gedichte 1939 in Kopenhagen in der Sprache Brechts, in einem dänischen Verlag die Erstausgabe in einer meisterhaften Übersetzung erscheint, so ist dies mehr als ein Ereignis des dänisch-deutschen Literaturdialogs. Es ist vor allem ein Geschenk im Sinne der Brecht‘schen Formulierung in einem dieser Gedichte: Es ist ein Geschenk an die Nachgeborenen in Deutschland und in Dänemark in neuen finsteren Zeiten für so viele, die wieder über sich sagen können: ‚Vertriebene sind wir, Verbannte‘. Zeitgleich mit der dänischen Veröffentlichung erweckt die außergewöhnliche deutschdänische Kooperation des Baggaard Theaters Brechts Zyklus auf der Bühne zum Leben. Mit der von Søren Huss komponierten Musik wird auf einfühlsame und einzigartige Weise ein musikalisch literarischer Dialog fortgesetzt, der schon zu Lebzeiten Brechts mit der Vertonung der Svendborger Gedichte durch den deutschen Komponisten Hanns Eisler begann.“ Sibylle Osten-Vaa (Kulturreferentin der Deutschen Botschaft, Kopenhagen) anlässlich der Aufführung der Svendborger Gedichte durch das Baggaard-Theater in Svendborg und Kopenhagen.

Mit: Søren Huss, Leif Eric Young, Jens Gotthelf. Künstlerische Leitung und Idee: Jakob Bjerregaard Engmann / Regie: Petra-Leonie Pichler (Bluespots Productions) / Ausstattung: Nicolaj Spangaa / Musik: Søren Huss.

Dauer: 75 Minuten
Ort: Parktheater im Kurhaus Göggingen
Tickets: 18 / 15 € (erm.)

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20.00 Uhr / Theater Augsburg / Probebühne 1

Krise ist immer - Theatereigenproduktion

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E i n e  t h e a t r a l i s c h e  V e r s u c h s a n o r d n u n g  a u f  d e n 
S p u r e n  v o n  B e r t o l t  B r e c h t  u n d  W a l t e r  B e n j a m i n  i m  
S p a n n u n g s f e l d  d e s  „ e i n g r e i f e n  -  d e n  D e n k e n s “

Walter Benjamin schreibt 1929 an einen Freund: „Ich habe eine nennenswerte Bekanntschaft gemacht. Die nähere mit Brecht (über den und über die viel zu sagen ist).“ Diese wenigen Worte markieren den Beginn einer Beziehung, die diese beiden ungleichen Denker extremer Positionen wechselseitig und tiefgreifend beeinflusst hat. Emotional und intellektuell. Die Freundschaft zwischen Walter Benjamin und Bertolt Brecht gehört zu den ästhetisch und politisch folgenreichen des vergangenen Jahrhunderts. Und so kontrovers sie von den Zeitgenossen diskutiert wurde, so sehr fasziniert sie noch heute in ihrer Vielschichtigkeit. Im Jahre 1931 planen Brecht und Benjamin zusammen mit anderen Künstlern*innen und Wissenschaftler* innen die Herausgabe einer Zeitschrift mit dem schönen Titel „Krise und Kritik“. In breit aufgefächertem Feld sollen die Kunstwerke und geistigen Produkte der vergangenen Gegenwart und vor allem die strukturellen Methoden ihrer Erzeugung reflektiert werden. Gleichberechtigt und – so der Plan – in kollektiver Arbeit. Das Projekt scheitert. Warum? In diesem theatralen Format zwischen Reenactment der realen Gesprächsprotokolle Brechts und Benjamins (die Hoffnung zelebrieren), und dem Abgleich mit unserer eigenen Finsterworld (die Hoffnung dringend braucht), nehmen wir alle, die das Denken immer noch nicht ganz aufgegeben haben, mit auf die Reise in die Krise, die immer ist: Muss die Utopie offener Grenzen scheitern? An was? Am „Ich“? Oder am „Du“? Müssen Angst und Abgrenzung immer stärker sein als ein „Wir“? „Benjamin behauptet, Freud sei der Meinung, die Sexualität werde einmal überhaupt absterben. Unsere Bourgeoisie ist der Meinung, sie sei die Menschheit. Als der Kopf des Adels fiel, stand ihm wenigstens noch der Schwanz. Der Bourgeoisie ist es gelungen, sogar die Sexualität zu ruinieren.“ (Bertolt Brecht) Der Schauspieler Philipp Hochmair, der Musiker Peter Thiessen (Bandleader der Hamburger Pop-Formation „Kante“) und die Regisseurin Friederike Heller nehmen die Fäden ihrer erfolgreichen künstlerischen Zusammenarbeit, die sie in den Jahren 2005 – 2008 am Burgtheater Wien knüpften, wieder auf, um dem Kosmos von Brecht und Benjamin einen ganz eigenen Sound zu verleihen.

Von und mit Friederike Heller (Regie), Peter Thiessen (Musik), Sabine Kohlstedt (Ausstattung), Philipp Hochmair (Schauspiel) und Prof. Dr. Erdmut Wizisla (dramaturgisch-wissenschaftliche Mitarbeit).

Uraufführung in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, Berlin.
In Kooperation mit dem Theater Augsburg

Ort: Theater Augsburg / Probebühne 1
Tickets: 22 / 18 € (erm.)

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