Tickets Brechtfestival

Sonntag 12.03.

11.00 Uhr / Brechts Bistro

Brecht nach der Kirche

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Restkarten gegebenenfalls an der Tageskasse.

G e d i c h t e ,  B a l l a d e n  u n d  M u s i k  a m  S o n n t a g v o r m i t t a g

Ganz in der Nähe der Barfüßerkirche, in der Bertolt Brecht getauft und konfirmiert wurde, findet am Sonntag das Lyrikprogramm Brecht nach der Kirche statt. Brechts Werk ist gespickt mit biblischen Bezügen und indirekten Zitaten. Dies macht sich vor allem in seinen Liedern bemerkbar, in denen er oft den bürgerlichen Gottesglauben thematisiert und dessen Scheinheiligkeit entlarvt. „Verkauf deinen Bruder, du Schuft! Verschacher dein Ehweib, du Wicht! Der Herrgott, für dich ist er Luft? Er zeigt dir’s beim jüngsten Gericht!“, so ertönt sein Morgenchoral für Jedermann aus der Dreigroschenoper. Christel Peschke, renommierte Brechtinterpretin erster Stunde, möchte in ihrer Festival-Matinee vor allem eines: Brecht zu Wort kommen lassen. Mit Charme, Können und Herzblut gelingt es Christel Peschke mühelos, die Zuschauer*innen mit ihrer Brechtbegeisterung anzustecken und das Interesse an seiner Lyrik stets aufs Neue zu entfachen. Seit 1972 arbeitet Christel Peschke in Augsburg als Schauspielerin. Mehrmals war sie auch in Brecht-Stücken mit wichtigen Rollen besetzt, beispielsweise als Jenny in der Dreigroschenoper, als Lilian in Happy End sowie als Mutter Courage. Außerdem trat sie mit ihren legendären Brecht-Soloprogrammen in Augsburg, München, Essen und Stuttgart auf. Geoffrey Abbott, der Peschke musikalisch begleitet, betreute bereits zahlreiche Brecht-Produktionen des Theater Augsburgs und ist auf dem diesjährigen Brechtfestival darüber hinaus als musikalischer Leiter der Festivalproduktion Die Maßnahme zu erleben.

Mit: Christel Peschke, Geoffrey Abbott am Klavier.

Ort: Brechts Bistro
Tickets: 10 / 7 € (erm.)

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11.00 Uhr / abraxas

Herr Keuner - ein moderner Till
Eulenspiegel?

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E i n  l i t e r a r i s c h e s  E r z ä h l p r o g r a m m  v o n  u n d  m i t  
C a r l E . R i c´e

Jede Kultur verfügt über prägnant ausgedrückte Weisheiten, die literarisch oft in kurzen Episoden abgehandelt werden. Manchmal sind sie episch angelegt, wie von Khalil Gibran mit seinem Werk Der Prophet, manchmal als Tragikomödie geschrieben wie Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry, oft aber auch als Sammlung von Narren-Weisheiten, wie die Volksmund- Erzählungen der Schildbürger oder Till Eulenspiegel oder aus dem Orient Die Streiche des Mulla Nasrudin. Die bekannten Geschichten von Herrn K. von Bertolt Brecht werden eher selten als solche betrachtet, gehören aber genau in dieses Genre. Die Keuner-Geschichten sind verschriftlichte Rede, deren listige Volten nicht nur von der materialistischen Dialektik, sondern auch von der Tradition der sokratischen Dialoge, den Gleichnissen des Neuen Testaments und der chinesischen Weisheitskultur inspiriert sind. In Carl Ricés Sprech-Inszenierung wird die jahrtausendealte antike mündliche Tradition hörbar, die in den Keuner-Texten mitschwingt. Der Literaturerzähler ist im Kulturhaus abraxas regelmäßig als Gastgeber des monatlichen Poesiebrunchs zu hören. Im Rahmen des Brechtfestivals präsentiert er nun seine Interpretation der Geschichten vom Herrn Keuner. Diese doppel- und oft mehrbödigen Parabeln gehören zu Brechts eher wenigen Erzähltexten. Manchmal wie ein kurzer knackiger Witz, dann fast wie eine epische Erzählung kommen sie daher, die kleinen Anekdoten von Herrn K. Ist Herr K. ein Lehrer oder ein Narr, der beim Den-Menschen-aufs- Maul-Schauen die Worte zu wörtlich nimmt? Jedenfalls verfehlen sie ihre Wirkung nicht. In der Performance werden die Texte nicht rezitiert. Indem er die Erzählungen aus den Buchdeckeln befreit und sie frei erzählt, rückt Carl Ricé nicht nur den eulenspiegelhaften Humor in den Vordergrund, den Brecht der mündlichen Tradition meisterhaft abgelauscht hat. Er lässt die Prosa zum Zwiegespräch mit seinem Publikum werden und zeigt so ihren theatralen Kern. Durch das Einbeziehen und Aktivieren des Publikums, das in der Frage-Antwort-Struktur der Keuner-Geschichten eingeschrieben ist, entfaltet das interaktive Element im direkten Dialog zwischen Erzähler und Zuhörenden seine maximale Wirkung.

Ort: Kulturhaus abraxas
Eintritt frei, Spenden willkommen.

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17.30 Uhr / Sensemble Theater

Das Brot des Volkes

Uraufführung

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E i n  i n t e r n a t i o n a l e s  J u g e n d t h e a t e r p r o j e k t

Inspiriert von Bertolt Brechts Gedicht Das Brot des Volkes haben sich Teenager aus der ganzen Welt mit dem Begriff „Gerechtigkeit“ auseinandergesetzt: Was verstehen Jugendliche in Bolivien unter Gerechtigkeit? In Texas? Auf den Philippinen? In Indien? In der Ukraine, Deutschland, Kanada, Mexiko, Spanien, Italien, Belgien, Litauen, Irland, Ägypten, Estland, der Schweiz oder der Türkei? In diesem extra für das Brechtfestival konzipierten Theaterprojekt zeigt eine neunte Schulklasse aus der Werner-von-Siemens-Mittelschule in Augsburg gemeinsam mit einer Gruppe aus der Ukraine im Sensemble Theater live das Resultat der monatelangen Zusammenarbeit von Jugendlichen aus allen genannten Ländern. Die Aufführungen werden von einer italienischen Geigerin begleitet und multimedial mit Videoszenen aus Belgien, Texas und Bolivien ergänzt. Aus den Interviews mit den Jugendlichen zum Thema Gerechtigkeit: „Das Urteil von Menschen kann nicht unparteiisch sein. Nur das Urteil Gottes ist gerecht.“ (Indien) „Wir merken im Alltag oft nicht, dass wir ungerecht sind.“ (Bolivien) „Die Welt hat heute beschlossen, dass Menschen, die für die Regierung arbeiten, das Recht haben zu entscheiden, was richtig oder falsch ist.“ (Estland) „Was mein Land betrifft, wird man nicht unabhängig von seinem Geschlecht verurteilt. Frauen werden härter als Männer bestraft, auch wenn es um dasselbe Verbrechen geht.“ (Türkei) „In meinem Land gibt es schon Gerechtigkeit, aber sie ist abhängig von der sozialen Klasse.“ (Mexiko) „Man muss sich darüber bewusst werden, was Ungerechtigkeit ist, damit man etwas dagegen unternehmen kann.“ (Kanada) „Leider fangen die Menschen erst an, zusammen für Gerechtigkeit zu arbeiten, wenn sie in hoffnungslose Situationen geraten. Krieg ist ein trauriges Beispiel dafür, dass Menschen sich vereinigen, um für Gerechtigkeit zu kämpfen.“ (Ukraine)

Konzept und Regie: Gianna Formicone. Realisiert mit Unterstützung von: Peter Falke (Augsburg), Mykola Lipisivitskyi (Ukraine), Guglielmo Paradisi (Italien), Grégory Blaimont (Belgien), Óscar Leaño (Bolivien) und Evan Tsitsias (Texas).

Ort: Sensemble Theater
Tickets: 12 / 8 € (erm.)

Unterstützt durch den Bezirk Schwaben

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19.30 Uhr / Theater Augsburg / Brechtbühne

GAS. Plädoyer einer verurteilten Mutter.

GAZ. Pleidooi van een gedoemde moeder.

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(c) Fred Debrock

T h e a t e r s t ü c k  v o n  T o m  L a n o y e .  
I n  n i e d e r l ä n d i s c h e r  S p r a c h e  m i t  d e u t s c h e n 
Ü b e r t i t e l n .  (aus dem Niederländischen übersetzt von Rainer Kersten)

„Er kam mit einem Kaiserschnitt zur Welt. Ich wollte keine Narkose, bekam aber doch eine. Die Schmerzen spürte ich trotzdem. Das störte mich nicht, ich hatte es so gewollt. Ich wollte spüren, was da passierte. Schmerz merkt man sich länger als Glück. So ist der Mensch.“ Mit diesen Sätzen beginnt das Stück GAS. Plädoyer einer verurteilten Mutter von Tom Lanoye, das im Mai 2017 im Theater Bremen seine deutschsprachige Erstaufführung erleben wird. Eine Mutter beklagt den Verlust ihres Sohnes. Er hat über zweihundert Menschen in den Tod geschickt. Er ist ein Attentäter, ein Mörder. Sie schaut auch in ihr eigenes Gesicht, wenn sie in seines sieht. Denn sie ist seine Mutter. Sie hat ihn geboren, ihn erzogen, ihn dabei Stück für Stück verloren an eine vernichtende Ideologie. In ihrem „Plädoyer“ nimmt sie nicht Partei für ihn. Vielmehr verteidigt sie sich selbst, ihre Liebe, ihre Trauer. Darf sie überhaupt um ihn trauern? Darf sie ihn tatsächlich noch lieben? Darf sie sich bemühen, ihn zu verstehen? Mit schmerzhafter Offenheit teilt sich die Mutter dem Publikum mit, macht ihre Zerrissenheit öffentlich, lässt es teilhaben an ihrem zerstörten Leben. Ist sie eines seiner Opfer oder ist sie als Mutter des Täters Teil seiner Taten? Klar und unsentimental, mit poetischer Kraft zeichnet Tom Lanoye diese Figur zwischen Abscheu und Zuneigung zu ihrem verlorenen Sohn und schafft in seiner Auftragsarbeit für das Theater Malpertuis in Belgien ein eindrückliches, sehr persönliches Bild des Terrors. Die Angst davor ist zum Bestandteil unseres Alltags geworden, den Zuschauer*innen werden unvermeidlich vergangene Anschläge wie in Paris oder Brüssel in das Gedächtnis gerufen. GAZ /GAS reicht aber weit über die Aktualität dieser Thematik hinaus: Lanoye schlägt eine Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die preisgekrönte Schauspielerin Viviane de Muynck zwingt in ihrer Darstellung als Mutter zu einem Perspektivenwechsel und gibt dem Schmerz eines solchen Anschlages ein neues Gesicht. Eine Produktion des Theaters Malpertuis in Tielt, Belgien. www.malpertuis.be

Mit: Viviane De Muynck. Regie: Piet Arfeuille / Bühne: ruimtevaarders / Licht: Jan Maertens / Ton: Peter Connelly / Kostüm: Lieve Pynoo.
In Kooperation mit dem Theater Augsburg

Einführung 18.30 Uhr
Dauer: 90 Minuten
Ort: Brechtbühne

Tickets: Kat. I: 26 / 22 € (erm.); Kat. II: 20 / 16 € (erm.)

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